Retargeting - darf's noch eine blaue Artischocke sein?

Digital Foreigners – oder zu neudeutsch „Boomers“ - leiden oftmals an Verfolgungswahn. Die gallische Urangst, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt, manifestiert sich in dieser Generation oftmals als Angst vor Überwachung und Datendiebstahl.

Umso schwieriger ist es, dieses „Retargeting“ neutral und aus der Sicht der Effizienz zu erklären, ohne direkt in Grundsatzdiskussionen zum Datenschutz zu verfallen. Daher versuche ich es oft, über die Brücke eines guten Vertriebs zu erklären.

Stellen wir uns einen Wochenmarkt vor. Es herrscht ein gesprächiges Treiben. An vielen Ständen werden exakt die gleichen Produkte angeboten, jedoch verkaufen alle Verkäufer unterschiedlich. Manche werben mit einem aggressiven Preis, manche gehen auf die Warenpräsentationsstrategie und wieder andere rufen laut. Sie preisen Ihre Ware an. Der Gemüseverkäufer an der Ecke hat ein ganz anderes Los. Er hat blaue Artischocken im Angebot. Nun nicht mal jeder mag Artischoken, aber dann auch noch blaue?

Wir haben in unserem Artikel über Habituation bereits über die Macht der Wiederholung gesprochen. Eben diese macht sich das Retargeting, welches von Facebook und Google angeboten wird, zu nutze. Im Beispiel des Gemüsehändlers würden auf dem Wochenmarkt überall, sei es beim Metzger oder Blumenverkäufer, blaue Artischocken mit einem Hinweis auf den Eckstand des Gemüseverkäufers auftauchen. Gesteuert wird dies mittels kleiner Roboter, welche genau beobachtet haben, wer sich die blauen Artischocken angesehen hat und diesen nun das Plakat der Artischocke immer wieder unter die Nase halten.

So an dieser Stelle des Textes haben wir das Wort Artischocke so oft gehört, dass Sie sicher nun Lust auf Artischocken haben und wissen wie eine blaue Artischocke aussieht – oder eben auch nicht.


Wie überzeuge ich einen Kunden digital?

Im digitalen Marketing ist das Mittel des Retargeting – des „Nachgreifens“ ohne die genauen Personendaten zu kennen – ein mächtiges Werkzeug. Denn wir erfassen nicht etwa Namen oder Adressen, sondern markieren die Benutzer nur - doch dazu später mehr. Gerade in Onlineshops im B2C-Market hilft es, den Umsatz bei unentschlossenen Kunden zu steigern. Auch bei größeren Investments, über welche man länger nachdenkt, ist Retargeting das Mittel der Wahl.  Wir müssen hier aber ganz klar von einem automatisierten Nachgreifen, wie wir im Artikel über Marketingautomatisierung erklären werden, unterscheiden. Sicher kennen Sie es, wenn Sie sich einen Artikel auf Amazon angesehen haben, dass Sie überall von diesem verfolgt werden. Genau das ist Retargeting!

 

Warum sind Cookies für das Marketing wichtig?

Durch Cookies, auf welche wir durch die Durchsetzung der DSGVO den ganzen Tag hingewiesen werden, werden Personen auf Ihrer eigenen Homepage markiert. Dies ermöglicht zum einen Google Analytics in Verbindung mit Adwords, aber auch der bekanntere „Facebook Pixel“. Somit sind Sie in der Lage, in diesen beiden Werbenetzwerken Personen erneut mit Ihrer Werbebotschaft zu beglücken, die auf Ihrer Homepage waren.

Hierdurch ergibt sich natürlich die Möglichkeit die Konkurrenz, welche täglich Ihre Homepage auskundschaftet, mit Werbung zu erreichen. Jedoch ist das ja nicht schlimm, wenn sich der Marktbegleiter über ein solch gutes Konzept ärgert. Viel wichtiger ist, dass Sie Kunden, die unentschlossen sind, im richtigen Moment wieder erreichen können. Somit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Abschlusses signifikant. Dabei ist egal, ob wir im B2B-Umfeld interagieren oder im B2C-Bereich. Überall wirkt die Macht der Wiederholung.

 

Wie viel kostet Retargeting im Vergleich zu „normaler“ Werbung?

Im analogen Zeitalter wäre dies über Zeitungswerbung und deren durchgängige Schaltung ähnlich möglich wie in TV oder Radio. Jedoch reden wir hier über ganz andere Kostenstrukturen. Während ein Postwurf gut und gerne 3000 € kostet und ein Monat in einer Zeitung mitunter mit 10.000 € zu Buche schlägt, reden wir bei Radio schnell über 20.000 € und bei TV müssen wir in der Intensität gar nicht unter 200.000 € anfangen. Die Streuverluste sind auch hier enorm. Das smarte digitale Retargeting hingegen lässt sich schon mit 100 € im Monat realisieren, je nach Klickzahl der eigenen Homepage und Frequenz der Wiederholung. Denn auch diese kann ich bequem einstellen. Hierbei muss ich jedoch darauf achten, den Kunden nicht den letzten Nerv zu rauben, durch eine eben zu hohe Frequenz.

 

Was ist eine Lookalike Audience?

Königsdisziplin ist dann, wenn die Datenmenge hoch genug ist – 1000 Benutzer pro Monat und mehr – den nächsten Schritt zu gehen und aus bekannten Kunden und deren Eigenschaften eine neue Zielgruppe zu erstellen. Die sogenannte „Lookalike“ Audience. Also eine neue Zielgruppe, die zwischen 100 und 90 Prozent Ihrer eigenen Zielgruppe entspricht, welche bereits eingekauft hat. Somit können Sie auch neue Kunden über die Macht der Daten erreichen.

 

Welche Medien eignen sich für Retargeting?

Geeignete Werbemittel hierfür sind Videos auf Youtube, Facebook oder Instagram. Aber auch einfache Bilderanzeigen werden gerne gesehen und finden Ihren Platz in der Google Display Werbung – klassischen Webbannern – oder eben in den beiden Netzwerken des Meta Universums – Instagram und Facebook selbst.

 

Ergo

Warum warten Sie also noch? Sichern Sie sich die Macht der Cookies für Ihr Marketing, bevor unsere Gesetzgeber nicht nur die kostenlosen Zeitungen verbieten, sondern auch durch neue Richtlinien Cookies weiter degradieren. Nicht nur die Regulatorik der Staaten ist ein Feind des gezielten Marketings, auch Großkonzerne wie Apple wollen diese Methoden verbieten, da sie nicht im Markt mitmischen. Nutzen Sie die Macht der erneuten Zielgruppenbewertung so lange es noch geht. Wir unterstützen Sie gerne.